Der " Pap-Befund"-einfach erklärt.

Sie haben einen Brief bekommen, daß ihr Abstrichbefund auffällig ist? Die folgenden Informationen können Ihnen helfen, den Befund besser einzuordnen. Sollten Fragen offen bleiben,  berate ich Sie gerne im Rahmen des nächsten Kontrolltermins.  

Einleitung:  HPV  und PAP-Abstriche

Die Früherkennung und Frühbehandlung bieten sehr gute Möglichkeiten, das Risiko einer Gebärmutterhalskrebserkrankung (Zervixkarzinom) deutlich zu reduzieren.  Das Ziel der Früherkennung ist es, Veränderungen zu erkennen, bevor sich eine Bösartigkeit entwickeln kann.

Jede Frau in Deutschland ab 20 Jahren hat einen gesetzlichen Anspruch auf eine regelmäßige "Krebsvorsorge“ in Form eines Pap-Abstriches. 

Im Rahmen dieser Krebsvorsorge werden mittes Zellabstrich vom Muttermund bzw. Gebärmutterhals eventuelle Veränderungen erkannt und -falls nötig -  behandelt. Frauen, die regelmäßig zur Früherkennung gehen, erkranken nachweislich seltener an diesem bösartigen Tumor.

Trotzdem gab es im Jahr 2014 in Deutschland 4.540 Neuerkrankungen; insgesamt sterben derzeit ca. 1.500  Frauen jährlich an den Folgen von Gebärmutterhalskrebs in unserem Land.

Diese Schicksale ließen sich vermeiden, würden mehr Frauen und Mädchen die heute vorhandenen Angebote zur Früherkennung und Vorbeugung wahrnehmen. Schicken Sie also auch Ihre Freundinnen, Ihre Tochter,  Ihre Arbeitskollegin, die Nachbarin ... zur Vorsorgeuntersuchung!

 

Zusammenhang zwischen HPViren und Gebärmutterhalskrebs, der HPV Test

Die Themen HPViren und PAP-Abstriche sind eng miteinander verbunden.  

 

Humane Papillomviren (HPViren) werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Es gibt viele verschiedene HPVirus-Typen. Die Einteilung erfolgt in Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen. Eine andauernde (chronische) Infektion mit Hochrisiko HPViren kann die Ausgangssituation für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sein.  Zirka drei Viertel aller Frauen und Männer kommen im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomviren in Kontakt. Das HPVirus wird in den meisten Fällen durch die Körperabwehr zerstört. Die Infektion klingt ohne Gesundheitsrisiken wieder ab. Gelingt es dem befallen Körper jedoch nicht das HPVirus zu eliminieren entsteht eine chronische Infektion. Durch diese Infektion entwickeln sich Zellveränderungen (Dysplasien) am Gebärmutterhals oder Muttermund. Dieses Veränderungen werden durch die PAP-Klassifikation (s.u.) erfasst.

 

HPV-Test 

Das Testverfahren identifiziert einen Befall mit Papillomviren sehr zuverlässig. Fällt der Test auf HPViren positiv aus – wird das Erbgut der Viren in Zellen der Gebärmutterhalsschleimhaut nachgewiesen – das bedeutet, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung eine Infektion mit Humanen Papillomviren besteht. Eine Aussage darüber, ob es sich um eine vorübergehende und deshalb harmlose oder um eine anhaltend bestehende und damit unter Umständen bedenklichere Infektion handelt, lässt ein einmaliger Test nicht zu. Bei einem positiven Nachweis wäre eine individuelle Verkürzung des Vorsorgeintervalls für den Pap-Abstrich zu diskutieren.  

 

Übersicht Kostenerstattung HPV-Test

Im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorge können wir z.Zt. unseren gesetzlich versicherten Patientinnen den HPV-Test - sofern keine Dysplasie vorliegt - bisher nur als Wunschleistung anbieten. Die Testkosten (ca. 50 Euro) müssen Sie in diesem Fall selbst bezahlen. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel in der Routine-Früherkennung die Kosten für den HPV-Test.

 

Mit Einführung der neuen Früherkennungsrichtlinien ab 01.01.2020 erhalten Frauen ab 35 Jahren alle 3 Jahre ein sog. Co-Testing, d.h. einen kombinierten HPV und Pap-Abstrich.

 

Bei auffälligen PAP-Befunden kann die verbesserte diagnostische Möglichkeit des  ThinPrep® Pap Test  genutzt werden.

 

Der ThinPrep® Pap Test

Können  PAP-Krebsabstriche noch verbessert werden? Ja!

Es kann vorkommen, dass beim herkömmlichen Pap-Test Zellen in verschiedener Dicke auf den Objektträger aufgetragen werden, dass sich zu viele Zellen auf einer Stelle befinden, oder dass sie sich überlappen. Die Beurteilbarkeit der Zellen und damit des gesamten Abstriches  ist somit verschlechtert.

Beim Thin Prep werden die Zellen zunächst -ähnlich dem Pap-Abstrich- mit einem Bürstchen vom Muttermund entnommen, um anschließend in einer Konservierungslösung aufbewahrt, transportiert und in einem spezialsierten Labor exakt und überlagerungsfrei untersucht zu werden. 

 

Der ThinPrep Test wurde entwickelt, um die beim herkömmlichen Krebsabstrich auftretenden methodischen Probleme zu verringern. Weltweite Studien haben gezeigt, dass der ThinPrep Test genauere Aussagen als der herkömmliche Pap-Abstrich zulässt.


Der ThinPrep Test ist eine Verbesserung des Krebsabstriches seit seiner Einführung vor 50 Jahren. Mit diesem  Test können Sie die Resultate Ihrer Vorsorgeuntersuchung als verläßlicher ansehen.


Im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorge können wir unseren gesetzlich versicherten Frauen den ThinPrep-Test bisher nur als Wunschleistung anbieten.  Die Testkosten (ca. 50 Euro) müssen Sie in diesem Fall selbst bezahlen. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel in der Routine-Früherkennung die Kosten für den ThinPrep-Test.  
 

Hinweis: Diese Informationen können nur einen groben Überblick verschaffen und enthalten keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzen keinesfalls das persönliche Gespräch mit dem Arzt.

 

Die folgenden Schaltflächen führen Sie auf die Webseite von ZERVITA e.V – einer nationalen Aufklärungsstelle über Gebärmutterhalskrebs und Humane Papillomviren (HPV) 

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